SCHULE OHNE RASSISMUS, SCHULE MIT COURAGE
07.03.2025
SCHULE OHNE RASSISMUS, SCHULE MIT COURAGE – Die HBS macht mit
Die HBS hat den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Das bedeutet unter anderem, dass regelmäßig besondere Tage für alle Klassen gibt, an denen sie über Rassismus, Sexismus, Mobbing etc. aufgeklärt werden und auch darüber, was man dagegen tun kann.
In den 7. Klassen geht es immer um Rassismus, also um die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrem Aussehen oder ihrer Religion. Wir haben dazu einen Schüler der 7b interviewt.
So lief der Anti-Rassismus-Tag am Freitag, dem 7.3.2025 in der 7b ab:
,,Zuallererst hatten wir verschiedene Lehrkräfte, die dabei waren. Aber unsere Klassenlehrerin, Frau Trede war fast immer dabei“, sagt der Schüler der 7b. Dass sie fast immer und nicht durchgehend dabei war, hatte einen Grund, auf den noch eingegangen werden wird.
Mit Rollenkarten, auf denen die Beschreibung einer Person drauf stand, versetzten sich die Kinder in diese hinein. „Ich hatte eine 35-jährige Reinigungskraft aus dem Irak. Sie hatte dann das Abitur gemeistert und konnte in Deutschland beruflich Fuß fassen.“ In einem Spiel gingen die Kinder Schritte nach vorn bzw. zurück, wenn ein vorgelesener Satz zu ihrer Person passte. Es gab Sätze über positive Erfahrungen und Sätze über diskriminierende Erfahrungen. „Einer aus meiner Klasse stand sehr viel weiter vorne als ich, weil die meisten Aussagen nicht auf mich zutrafen. Einer aus unserer Klasse blieb auch ganz am Anfang stehen. Das ist nicht toll gewesen“, berichtet der Schüler der 7b.
Danach wurde besprochen, ob diese Personen etwas an ihrer Position ändern können. Die Antwort war: Manchmal, aber meist nicht.
Im anschließenden Gespräch definierten die Kinder, was Rassismus ist. Rassismus liegt vor bei:
• Ausschluss/ Ausgrenzung wegen z.B. Hautfarbe, Herkunft, Religion
• Privilegien, die für manche Gruppen gelten und für andere nicht
• Bevorzugung bestimmter Gruppen vor anderen Gruppen
In einem Video, das danach geschaut wurde, ging es unter anderem um Alltagsrassismus. Auch in Deutschland gibt es Alltagsrassismus, der manchmal mehr und manchmal weniger gewollt ist. Damit ist gemeint, dass der Rassismus unterschwellig vorhanden ist, z.B. in Fragen wie: „Woher kommst du?“ oder „Woher kommst du wirklich?“ In der letzten Frage ist meiner Meinung nach der Rassismus noch offenkundiger vorhanden als in der ersten.
Danach kamen Referenten von EmBIPoC (Empowerment for Black Indigenous and People of Color), die einen Workshop mit den Kindern veranstalteten. Weil es ein sehr sensibles Thema ist, fand der Workshop ohne die Lehrkräfte statt. Die Kinder konnten den Referenten Fragen stellen, z.B. welche Berührungspunkte mit Rassismus sie schon gehabt haben, und sie erhielten Antworten auf ihre Fragen. Erschreckenderweise hatten die Referenten in vielen Bereichen des Lebens (Schule, Internet, Öffentlichkeit) Erfahrungen mit Rassismus gemacht.
Zur Vertiefung wurde ein Spiel gespielt, in dem Aussagen getätigt wurden und dann stellten sich die Leute, die die Aussagen rassistisch fanden nach ganz links und die, die sie nicht rassistisch fanden, nach ganz rechts. In der Mitte blieben die stehen, die es nicht wussten oder der Meinung waren, dass es z. B. auf die Sprechweise ankommt. Im Anschluss an diese Übung erkannten die Kinder, dass rassistische Äußerungen immer auf bestimmte Merkmale von Personen abzielen. Wenn man das weiß, ist das hilfreich, um Rassismus besser zu erkennen und sich klar dagegen zu positionieren.
Abschließend hielten die externen Referenten fest:
,,Rassismus bedeutet, dass Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft benachteiligt werden. Es ist nicht ausschließlich ein persönliches Problem oder eine persönliche Abneigung. Es ist ein System, das dazu führt das weiße Menschen bevorzugt werden und die Kontrolle behalten.“
Den Schüler, den wir interviewt haben, hat dies nachdenklich gestimmt. Sein Fazit:
„Dieser Tag ist sehr gut, da er sehr viel aufklärt in vielen Punkten. Und nicht nur über Rassismus im Allgemeinen, sondern in jedem Jahrgang über ein anderes Unterthema dazu. Es ist sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche sich damit beschäftigen, damit wir die Demokratie erhalten und weiter in einer Gesellschaft leben können, in der sich alle wohlfühlen.“
tr